Unsere jüdischen Wurzeln

ChanukkaDie jüdischen Feste im Jahreskreis – eine Wurzel der christlichen Feste
Informationen zur Plakatserie im Schaukasten

Gleichzeitig mit Fasching wird das jüdische Purimfest gefeiert. Beim Purimfest verkleiden sich die Kinder und die Geschichte aus dem Buch Esther aus der Bibel wird erzählt und gespielt.

Die christlichen Feste im Kirchenjahr haben meistens eine jüdische Tradition, die Jesus auch gefeiert hat (wie Pessach und Gründonnerstag) oder wo etwas wichtiges von Jesus geschehen ist und gleichzeitig ein jüdisches Fest statt fand – wie Pfingsten, die Ausgießung des Heiligen Geistes, die sich am jüdischen Wochenfest Schawuot ereignete.

Die Evangelische Kirche in Bayern und die Katholischen Bischofskonferenz haben sich eine Plakataktion ausgedacht, um auf die gemeinsamen Beziehungen zwischen Judentum und Christentum hinzuweisen. Denn im Jahr 2021 jährt es sich, dass es jüdischen Gemeinden im Gebiet Deutschlands gibt – und zwar seit 1700 Jahren.

Schon im Jahr 321 wurden erstmals Juden auf dem Gebet des heutige Deutschlands urkundlich bezeugt, also sogar noch vor den ersten schriftlichen Belegen für christliches Leben hier. Aus diesem Anlass fragen wir uns: Was verbindet Christen und Juden? Es ist so viel, was uns meistens gar nicht bewusst ist. Das Volk Israel, die Juden, sind Gottes erwähltes Volk, aus dem die Christen hervorgegangen sind. Das Volk Israel ist die Wurzel, wir Christen sind die aufgepfropften Zweige. Jesus war Jude und ist zuallererst zum Volk Israel gekommen. Unsere Feste sind gemeinsam, die Heilige Schrift ist dieselbe, Gott ist unser Vater im Himmel.

Purimfest im Februar – und Fasching im Februar: die Kinder verkleiden sich

Das Buch Esther berichtet von der jungen Frau Esther, eine Frau aus dem Volk Israel, die wegen ihrer Schönheit und ausgesprochen großer Klugheit vom König Achaschwerosch von Persien zur Frau gewählt wurde und dadurch ihr Volk Israel beschützten konnte. Denn Hamann, ein Minister des Königs, der das Volk Israel grundlos hasste, wollte das Volk Israel vertreiben. Als Tag der Vertreibung loste er einen Tag im Februar aus (Los = Purim). Als Esther ihrem Mann, dem König davon erzählte, beschützte der König das Volk Israel vor Hamann und am Tag, an dem das Volk Israel verjagt werden sollte, wurde es vom König errettet. Der ausgeloste Vernichtungstag wurde zum Tag der Rettung. Ein großes Fest wurde gefeiert: das Purimfest – das “Los”-Fest.

Die ganze Erzählung von Esther und dem Los (Purim) gibt es hier:

Talmud.de – Das Buch Esther

Pfarrerin Dorothea Marien