Februar-Impuls

“Die Gebote, die ich euch heute gebe, sind ja nicht zu schwer für euch oder unerreichbar fern. Sie sind nicht oben im Himmel, so dass ihr sagen müsstet: ›Wer steigt hinauf und bringt sie uns herunter, damit wir sie hören und befolgen können?‹ Sie sind auch nicht auf der anderen Seite des Meeres, so dass ihr fragen müsstet: ›Wer fährt für uns hinüber und holt sie?‹ Im Gegenteil: Gottes Wort ist euch ganz nahe; es ist in eurem Mund und in eurem Herzen. Ihr müsst es nur befolgen!«”
(5. Mose 30, 11-14 / HFA)

Viele Menschen tun sich schwer, in der Bibel zu lesen und sie zu verstehen. Verständlich – manche Texte sind immerhin einige tausend Jahre alt! Da stellt sich natürlich die Frage: Wie sieht das mit der Übertragbarkeit in unsere Zeit und in unseren Alltag aus?

Selbst Martin Luther gab zu, nicht alles in der Bibel zu verstehen. “Ich lese die Bibel, wie man ein Apfelbäumchen schüttelt” erklärte er einmal sinngemäß. “Was reif ist und mir zufällt, nehme ich mit – den Rest lasse ich getrost für später hängen.”

Vieles aus der Bibel ist uns gut vertraut. Die Zehn Gebote oder Jesu Doppelgebot der Liebe (liebe Deinen Nächsten wie Dich selbst) sind nicht schwer zu verstehen. Die Herausforderung liegt da eher in der praktischen Umsetzung, nicht im Verstehen komplizierter Hintergründe.

Es ist das Wort ganz nahe bei dir, in deinem Munde und in deinem Herzen, dass du es tust.
(5. Mose 30,14 / L)

Gehen wir es doch mal praktisch an – indem wir anfangen, das (neu) in die Tat umzusetzen, was wir schon verstanden haben. Oder wie der Schriftsteller Erich Kästner sagte: “Es gibt nichts Gutes, außer man tut es.”

Das können zum Beispiel die Zehn Gebote sein, der eigene Konfirmationsspruch oder der Taufspruch der Kinder.
Leben wir es! Darin liegt die wahre Herausforderung.

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Pfr. Stefan Hradetzky

Januar-Impuls: Zeit für die schönen Dinge

Prioritäten 2018

Zeit für die schönen Dinge des Lebens einplanen

“Der siebte Tag ist ein Ruhetag, dem Herrn, deinem Gott, geweiht. An ihm darfst du keine Arbeit tun: du und dein Sohn und deine Tochter und dein Sklave und deine Sklavin und dein Rind und dein Esel und dein ganzes Vieh und dein Fremder in deinen Toren.” (5. Mose 5,14)

Damit unser Leben kein ödes Hamsterrad wird, empfiehlt die Bibel: Mach’ regelmäßig Pause! Erhole Dich mindestens einen ganzen Tag lang pro Woche. Nimm’ Dir regelmäßig Zeit für Familie, Freunde, für Dich selbst und auch für Gott. Und gönne an diesem Tag denen, die für Dich arbeiten, ebenfalls eine Pause: Der Kassiererin im Supermarkt, dem Mechaniker in der Autowerkstatt und dem Päckchenboten. Ein gemeinsamer Ruhetag wie der Sonntag wird immer wichtiger.

In den letzten Jahren wurde unser Leben immer schneller. Ständig steigen die Anforderungen weiter. Wer berufstätig ist, kann sich dem kaum entziehen. Wenn Du regelmäßig Zeit mit den wirklich wichtigen Dingen im Leben verbringen willst, braucht es dazu mehr als gute Vorsätze. Dieses 4-Minuten-Video auf Youtube zeigt, wie es geht:


Video eingestellt von SHINE Inspiration, © Standard Youtube-Lizenz

Was sind Deine Prioritäten für 2018? Stehen sie schon mit Kugelschreiber als fester Termin im Kalender, damit nichts Unwichtiges mehr dazwischen kommt?

Kleiner Tipp: Wie wäre es, wenn Du Dir zum Beispiel mehr Zeit mit Deinem Partner/Partnerin gönnen würdest? Beim Candle-Light-Dinner mit inspirierenden Impulsen für Eure Partnerschaft? Dann wäre unser Ehe-Kurs für Euch genau der richtig Start ins neue Jahr.

Mach’ die wichtigen Dinge des Lebens zu Deiner Priorität!

Ein gesegnetes Jahr 2018 wünscht
Pfarrer Stefan Hradetzky

Dezember-Impuls: Licht an!

Licht Advent

Durch die herzliche Barmherzigkeit unseres Gottes wird uns besuchen das aufgehende Licht aus der Höhe, damit es erscheine denen, die sitzen in Finsternis und Schatten des Todes, und richte unsere Füße auf den Weg des Friedens.
Lukas 1,78-79

Der Dezember ist eine dunkle Zeit. Viele Menschen, vor allem Berufstätige, gehen morgens bei Dunkelheit aus dem Haus und kommen erst bei Dunkelheit wieder nach Hause. Jedes noch so kleine Licht – und sei es nur eine Kerze – ist in dieser Jahreszeit ein wohltuender Blickfang.

Dunkelheit ist auch ein Sinnbild für Verlorenheit und Hoffnungslosigkeit. Die vielen künstlichen Lichter im Advent können nicht darüber hinwegtäuschen, dass wir eben nicht in einer “heilen Welt” leben. Verständlich, dass für manche die Advents- und Weihnachtszeit eine unbeliebte Jahreszeit ist. So viel Dekoration und so wenig Echtes dahinter!

Genau das ist der Grund, warum Gott sich entschied, als Licht in diese Finsternis zu kommen. Er hielt es nicht mehr aus, dass die Menschen den Kontakt zu ihm völlig verloren hatten. Denn ein Leben ohne Gott bedeutet Dunkelheit, Trostlosigkeit, Verlorenheit.

“Herzliche Barmherzigkeit” – so übersetzt Luther – das war Gottes Motivation, als Mensch unter Menschen geboren zu werden. Der Name Jesus ist dabei Programm. Er bedeutet: “Gott rettet”. Diese Menschwerdung ist das größte Risiko, das Gott jemals eingegangen ist. Er riskierte, verkannt zu werden – und “nur” als gewöhnlicher Mensch angesehen zu werden. Er riskierte, ausgelacht, verspottet und gefoltert zu werden, bis zum Tod am Kreuz. Daran ist nichts Süßliches, Romantisches, Kitschiges. Aber Gott entschied, den Preis zu zahlen, damit endlich wieder ein Licht in die Dunkelheit kommt.

Das Johannesevangelium beschreibt die Folgen ganz realistisch: Die Welt, die Gott einst so kunstvoll und wunderbar erschaffen hatte – sie will mit Jesus nichts zu tun haben. Sie feiert das Christfest als Lichter- und Geschenkefest. Die Leere ist unübersehbar.

“Wie viele ihn aber aufnahmen, denen gab er Macht, Gottes Kinder zu werden: denen, die an seinen Namen glauben, die nicht aus menschlichem Geblüt noch aus dem Willen des Fleisches noch aus dem Willen eines Mannes, sondern aus Gott geboren sind. Und das Wort ward Fleisch und wohnte unter uns, und wir sahen seine Herrlichkeit, eine Herrlichkeit als des eingeborenen Sohnes vom Vater, voller Gnade und Wahrheit.” (Johannes 1, 12-14)

Zu dieser Verheißung steht Gott bis heute. Er wohnt bei denen, die ihn in ihr Herz einlassen. Solche Türöffner nennt das Neue Testament “Gottes Kinder”. In ihnen wohnt Jesus als Licht des Lebens und der Hoffnung. Er zeigt sich ihnen und wird erlebbar in seiner Liebe und Herrlichkeit.

Pfarrer Stefan Hradetzky

November-Impuls

Glaube braucht GemeinschaftWo wohnt Gott?

Gott spricht: Ich will unter ihnen wohnen und will ihr Gott sein und sie sollen mein Volk sein.
(Ezechiel 37,27)

Von meiner Konfirmandenzeit erwartete ich nicht viel. Höchstens peinliche Langweile im Stuhlkreis. Der Glaube an Gott – ein Märchen für Verlierer, dachte ich damals. Aber es kam anders. Überrascht entdeckte ich, dass nicht wir zu Gott kommen müssen, sondern dass er längst zu uns gekommen ist. Die Distanz zu ihm, die ich von mir aus nicht überwinden konnte und wollte, hat er längst überwunden, als er in Jesus Christus Mensch wurde, am Kreuz starb und auferstanden ist.

Ich probierte Gebet aus – und wurde erhört. Immer neugieriger öffnete ich mich für die unsichtbare Wirklichkeit Gottes – und entdeckte eine tiefe Liebe, die mich annimmt, wie ich bin. Das hat mein Leben verändert und mich bis heute nie mehr losgelassen. Ich habe in Gott ein lebendiges Gegenüber gefunden, einen Freund, einen Vater, einen König.

Alleine hätte ich diesen Schatz niemals entdeckt. Glücklicherweise hatte ich in Pfarrern, Jugendmitarbeitern und engagierten Gemeindegliedern Weggefährten und Lehrer, die wussten, wovon sie sprachen. Sie lebten, was sie lehrten. Sie waren echt und überzeugend und wurden für mich Wegweiser zu einer eigenen, persönlichen Gottesbeziehung.

Im Buch Ezechiel heißt es: “Gott spricht: Ich will unter ihnen wohnen und will ihr Gott sein und sie sollen mein Volk sein.”

Hier ist vom Plural die Rede: unter EUCH. Gott wird in der Gemeinschaft, im Miteinander der Gemeinde erlebbar. Und es stimmt: Erst im Austausch mit anderen über unseren Glauben ahnen wir, wie groß und wunderbar Gott wirklich ist. Weil er nicht nur mir, sondern auch den anderen nahe ist und ihnen begegnet. Weil er auch durch andere zu mir spricht und mich weiterbringt auf meinem Weg.

Pfr. Stefan HradetzkyDeshalb ist Gemeinde so wichtig. Als echte Gemeinschaft von Menschen, die zusammenkommen, um sich auszutauschen, einander weiterzubringen, um gemeinsam zu beten und Gott zu loben.

Pfarrer Stefan Hradetzky

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